Martial Arts for Life vs. COVID-19



2020 zeigt uns so richtig wie eine schöne Kombination aus Tritten und (Tief-)Schlägen uns treffen kann. Ich bin Inhaber der Kampfkunstschule Martial Arts for Life in Hessen und habe im Oktober 2019 meine Schule gegründet. Hätte mir zu diesem Zeitpunkt jemand erzählt, dass nur Monate später eine der größten Krisen (Finanzen, Freiheitsrechte, etc.) auf mich wartet, dann wäre ich vermutlich etwas zögerlicher meinen Weg gegangen. Fernab jeglicher politischen und medizinischen Einschätzung haben wir die Corona Krise zum jetzigen Zeitpunkt gut überstanden und der Verdienst liegt zu 100% bei meinem hervorragenden Team und meinen loyalen Mitgliedern.

Aber jede Krise bringt Gewinner und Verlierer und wer aktiv bleibt, hat zumindest eine höhere Wahrscheinlichkeit zu der ersten Gruppe zu gehören. In weniger als 24 Stunden verwandelten wir unseren Dojang in ein professionelles Filmstudio mit Beleuchtung, Kamera, Notebooks und Bildschirmen. Wir erschufen Online Meetings für unsere Mitglieder und waren von Tag 1 an mehrere Stunden pro Tag online, sechs (!) Tage die Woche, 10 Wochen lang. Nicht nur an der Hardware, sondern auch an der Software wurden Stellschrauben gedreht. Wir erschufen ein spezielles Online Curriculum für die verschiedenen Altersgruppen, entdeckten, dass Toilettenpapierrollen ein super Trainingstool sind und überlegten uns Challenges zum Vertreib der Langeweile. Nach über zwei Monaten merkte man aber auch Abnutzungserscheinungen auf beiden Seiten. Nicht jeder hat Zuhause einen passenden Trainingsraum und unser Team vor der Kamera fehlte einfach das Feedback unserer Schülerinnen und Schüler, trotz Zoom. Zum Ende des Lockdowns boten sich neue Herausforderungen. Wie kann ein sicherer Kampfkunstunterricht wieder aufgenommen werden? Also erstellten wir sehr frühzeitig unseren eigenen Hygiene- und Maßnahmenplan und präparierten unseren Dojang mit Desinfektionsspendern, einem Ampelsystem zum Ein- und Auslass, Markierungen auf den Matten für ausreichend Abstand zwischen den Übenden und eine Putzroutine die zwischen den Einheiten ausgeführt werden muss. Die Vorbereitungen haben sich gelohnt, Mitte Mai war es dann endlich soweit, unsere Mitglieder wieder persönlich treffen zu können. Seitdem unterrichten wir ohne Pause, auch durch die Sommerferien hindurch, mit Herzblut und hoffen für alle Beteiligten, dass ein zweiter Lockdown uns alle verschont.

Aber egal was kommt, wir repräsentieren die Schwarzgurteinstellungen: Durchhaltevermögen, Ausdauer und Mut. Wenn wir aufgeben, wie können wir unseren Schülerinnen und Schülern in die Augen schauen? Wir können k.o. gehen, aber dürfen nicht aufgeben.

©2013 - 2020 Benjamin Billmann Martial Arts for Life